Mahnung schreiben als Handwerker: Vorlage + rechtssichere Tipps
Rechnung offen, Kunde zahlt nicht? So schreibst du als Handwerker eine rechtssichere Mahnung – mit Vorlage und konkreten Tipps.
Du hast die Arbeit erledigt, die Rechnung geschickt – und dann: Stille. Kein Geld, keine Rückmeldung. Das kennt fast jeder Handwerker. Das Mahnung schreiben als Handwerker gehört leider zum Alltag. Aber viele zögern, weil sie nicht wissen, wie das rechtssicher geht, oder weil sie den Kunden nicht vergraulen wollen. Dieser Artikel zeigt dir, wie du Mahnungen professionell und effektiv schreibst – ohne großen Aufwand.
Wann darf ich überhaupt mahnen?
Bevor du eine Mahnung verschickst, muss die Rechnung tatsächlich fällig sein. Das klingt banal, aber es gibt einen Unterschied:
- Mit Zahlungsziel auf der Rechnung: Du hast z. B. "zahlbar innerhalb von 14 Tagen" angegeben. Ist diese Frist abgelaufen und kein Geld eingegangen, bist du berechtigt zu mahnen.
- Ohne Zahlungsziel: Dann gilt laut BGB automatisch eine Frist von 30 Tagen nach Rechnungsstellung und Zugang beim Kunden. Danach ist er im Verzug.
Ein kleiner Trick: Ruf vorher kurz an. Manchmal liegt die Rechnung im Spam-Ordner oder wurde schlicht vergessen. Ein freundlicher Anruf spart oft den ganzen Mahnprozess – und erhält die Kundenbeziehung.
Wie schreibt man eine rechtssichere Mahnung?
Eine Mahnung muss keine komplizierte juristische Abhandlung sein. Sie muss aber bestimmte Punkte enthalten, damit sie Wirkung hat:
Das gehört in jede Mahnung:
- Deine Kontaktdaten – Name, Adresse, ggf. Steuernummer
- Kundendaten – vollständiger Name und Adresse
- Rechnungsnummer und Rechnungsdatum – damit der Kunde weiß, worum es geht
- Betrag – der offene Rechnungsbetrag
- Neue Zahlungsfrist – konkret, z. B. "Bitte überweise den Betrag bis zum 20. Mai 2026"
- Hinweis auf Verzug – sachlich, ohne Drohungen
- Deine Bankdaten – damit er sofort zahlen kann
Optional kannst du ab der zweiten Mahnung Verzugszinsen berechnen. Der gesetzliche Verzugszins für Verbraucher liegt aktuell bei 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Bei Unternehmern sind es 9 Prozentpunkte. Das lohnt sich bei kleinen Beträgen kaum, bei größeren Rechnungen schon.
Wie viele Mahnungen brauche ich?
Kurze Antwort: rechtlich reicht eine einzige Mahnung, um den Kunden offiziell in Verzug zu setzen. Du musst nicht erst eine erste, zweite und dritte Mahnung schicken – das ist ein weit verbreiteter Mythos.
In der Praxis lohnt es sich aber trotzdem, in Stufen vorzugehen:
- 1. Mahnung: Freundlich, sachlich. Vielleicht hat er es wirklich vergessen.
- 2. Mahnung: Bestimmter Ton, Verzugszinsen erwähnen, klare Frist setzen.
- 3. Mahnung / Inkasso oder Anwalt: Wenn nichts hilft, Inkassobüro oder Anwalt einschalten – oder Mahnbescheid beim Amtsgericht beantragen.
Das Mahnverfahren beim Amtsgericht ist günstiger als viele denken. Bei einem Betrag von 1.000 Euro kostet der Antrag rund 32 Euro. Wenn du recht bekommst, trägt der Schuldner diese Kosten.
Vorlage: So könnte deine erste Mahnung aussehen
Hier ein einfaches Beispiel, das du anpassen kannst:
[Dein Name / Firma] [Deine Adresse] [Datum]
Zahlungserinnerung / 1. Mahnung
Sehr geehrte/r [Kundenname],
leider haben wir bis heute noch keinen Zahlungseingang für unsere Rechnung Nr. [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] in Höhe von [Betrag] EUR feststellen können.
Wir bitten dich, den ausstehenden Betrag bis zum [neues Zahlungsdatum] auf unser Konto zu überweisen:
IBAN: [Deine IBAN] Verwendungszweck: Rechnung Nr. [Rechnungsnummer]
Solltest du die Zahlung bereits veranlasst haben, betrachte dieses Schreiben als gegenstandslos.
Mit freundlichen Grüßen, [Dein Name]
Klar, schnörkellos, professionell. Mehr braucht es nicht.
Wie fertiggemacht dir dabei hilft
Das Mahnen ist nervig – aber das Ausstellen der Rechnung muss es nicht sein. Wenn du von Anfang an professionelle, vollständige Rechnungen verschickst, gibst du dem Kunden weniger Ausreden und dir selbst eine bessere Position, falls es zum Streit kommt.
Mit fertiggemacht erstellst du Rechnungen direkt vom Handy – mit allen Pflichtangaben, deiner Rechnungsnummer und deinem Logo. Die Rechnung kommt als PDF und kann sofort per WhatsApp oder E-Mail raus. Kein Vergessen, kein Papierkram, kein "Ich hab die Rechnung nie bekommen."
Wenn du dann doch mahnen musst, hast du alle Daten griffbereit: Rechnungsdatum, Betrag, Fälligkeit – alles auf einen Blick.
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