Stundenlohn als Handwerker richtig berechnen: Formel + alle Kostenfallen
Zu niedrig kalkuliert ist teurer als kein Auftrag. Mit dieser Formel berechnest du deinen Stundensatz als Handwerker realistisch und ohne Lücken.
Du weißt, was Materialien kosten, was dein Geselle im Monat bekommt und was der Transporter verbraucht. Aber weißt du auch, welchen Stundenlohn du für deine eigene Arbeit ansetzen musst, damit am Monatsende wirklich etwas übrig bleibt? Stundenlohn berechnen als Handwerker klingt nach einer simplen Aufgabe – ist es aber nicht. Zu viele Betriebe rechnen zu niedrig, merken es erst Jahre später und wundern sich, warum trotz voller Auftragsbücher das Konto nie wirklich voll wird.
Was steckt wirklich in deinem Stundensatz?
Der häufigste Fehler: Handwerker denken beim Stundensatz nur an das, was sie sich monatlich überweisen. Das ist aber nur ein Bruchteil der Wahrheit. Dein Stundensatz muss alle Kosten des Betriebs abdecken – und obendrauf einen Gewinnaufschlag enthalten.
Was alles rein muss:
- Dein Unternehmerlohn (was du als Angestellter verdienen würdest – als Mindestbasis)
- Fixkosten: Miete, Versicherungen, Leasing, Steuerberater, Buchhaltung
- Variable Kosten: Sprit, Verbrauchsmaterial, Werkzeugverschleiß
- Rücklagen für Investitionen und Krankheitszeiten
- Sozialabgaben, Krankenversicherung, Einkommensteuer
- Puffer für unbezahlte Stunden: Fahrtwege, Angebote schreiben, Materialeinkauf
Gerade der letzte Punkt wird systematisch unterschätzt. Wenn du 8 Stunden arbeitest, sind vielleicht 6 davon wirklich abrechenbar. Die restlichen 2 Stunden arbeitest du – aber niemand bezahlt sie, außer du hast sie im Stundensatz eingepreist.
Die Formel: Stundenlohn berechnen in drei Schritten
Das Grundprinzip ist einfach:
Stundensatz = Jährliche Gesamtkosten ÷ Fakturierbare Jahresstunden
Schritt 1: Jährliche Gesamtkosten ermitteln
Nimm alle Kosten deines Betriebs zusammen – Fixkosten, variable Kosten und deinen eigenen Unternehmerlohn.
Beispiel:
- Betriebskosten: 45.000 €/Jahr
- Unternehmerlohn (Ziel): 50.000 €/Jahr
- Gesamt: 95.000 €
Schritt 2: Fakturierbare Stunden berechnen
Nicht jeder Arbeitstag ist ein voller Produktivtag. Ziehe ab:
- Urlaub (25 Tage)
- gesetzliche Feiertage (~12 Tage)
- Krankheit (realistisch: 10 Tage)
- Verwaltung & unbezahlte Zeiten (~15%)
Übrig bleiben oft rund 1.400–1.600 fakturierbare Stunden pro Jahr.
Beispiel: 220 Arbeitstage × 7 abrechenbare Stunden = 1.540 h
Schritt 3: Stundensatz ausrechnen
95.000 € ÷ 1.540 h = 61,70 €/h – das ist dein Break-even, ohne einen Cent Gewinn.
Willst du Gewinn machen – was du solltest – schlägst du 20–30% obendrauf:
61,70 € × 1,25 = ca. 77 €/h als realer Mindeststundensatz
Wenn du gerade unter 60 € liegst, arbeitest du wahrscheinlich mit Verlust.
Die vier häufigsten Kalkulationsfehler
1. Den eigenen Lohn "vergessen" Weil Selbstständige sich selbst keinen Lohn zahlen, rechnen viele ihn nicht ein. Dabei ist das der größte Posten. Du musst dich mindestens so entlohnen, wie du als Geselle in einem Fremdbetrieb verdienen würdest.
2. Krankheitstage ignorieren Du wirst krank. Durchschnittlich 8–12 Tage pro Jahr. Wer das nicht einkalkuliert, arbeitet diese Tage schlicht gratis – oder macht Verlust, weil die Fixkosten trotzdem laufen.
3. Alle Stunden als fakturierbar zählen Zwei Stunden Fahrt, eine Stunde Angebot schreiben, eine halbe Stunde Rückfragen beantworten – kein Auftrag deckt das automatisch. Diese Zeiten müssen im Stundensatz drin sein.
4. Werkzeugverschleiß unterschätzen Akkuschrauber, Schleifmaschinen, Messgeräte – die gehen irgendwann kaputt. Wer sie nicht in die Kalkulation einbezieht, kauft sie aus dem "Gewinn" – der dann keiner mehr ist.
Vom richtigen Stundensatz zum fertigen Angebot
Einen realistischen Stundensatz zu kennen ist gut. Ihn schnell in ein sauberes Angebot zu übersetzen ist noch besser – und da verlieren viele Handwerker täglich Zeit, die sie sich nicht leisten können.
Mit fertiggemacht hinterlegst du deinen Stundensatz einmalig. Danach gibst du auf der Baustelle ein, wie viele Stunden du einplanst, fügst Materialien hinzu – und die App erstellt automatisch ein professionelles PDF, das du direkt per WhatsApp zum Kunden schicken kannst. Alles vom Handy, in unter zwei Minuten.
Kein Word-Template, kein Excel-Chaos, kein Abtippen am Abend.
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